Der Solheim Cup aus deutscher Sicht

Caroline Masson hat es geschafft: sie vertritt die deutschen Farben beim Solheim Cup 2013 in Colorado. Leider nicht dabei ist diesmal Sandra Gal, die 2011 mit zum Sieg des Teams Europa beigetragen hat. Damit ist in zwei aufeinanderfolgenden Austragungen dieses Kontinental Wettbewerbs zwischen den USA und Europa eine deutsche Spielerin vertreten, zum ersten Mal seit Bestehen des Solheim Cups. Insgesamt ist Masson die vierte deutsche Proette, die aktiv als Spielerin teilnehmen darf.

 

Mit Caroline Masson ist die vierte Spielerin dabei

Caroline Masson hat es geschafft: sie vertritt die deutschen Farben beim Solheim Cup 2013 in Colorado. Leider nicht dabei ist diesmal Sandra Gal, die 2011 mit zum Sieg des Teams Europa beigetragen hat. Damit ist in zwei aufeinanderfolgenden Austragungen dieses Kontinental Wettbewerbs zwischen den USA und Europa eine deutsche Spielerin vertreten, zum ersten Mal seit Bestehen des Solheim Cups. Insgesamt ist Masson die vierte deutsche Proette, die aktiv als Spielerin teilnehmen darf.

Als Carsten Solheim 1990 diesen Wettbewerb der Damen als Gegenstück zum seit langem bestehenden Ryder Cup der Herren ins Leben rief, war der Damen-Profigolfsport in Deutschland noch weit von seinem heutigen Standard entfernt. Bei den Profiturnieren dieser Zeit war Barbara Helbig die einzige deutsche Profispielerin, die sich mit den internationalen Konkurrentinnen messen konnte - und das mit Erfolg: Die Dortmunderin war die erste deutsche Siegerin auf der Ladies European Tour und auf der Women‘s  Professional Golf Tour in den USA. Den Sprung in das Team Europa zum Solheim Cup schaffte sie aber leider nicht. Auch weil sie bereits 1991 ihre Karriere als Profispielerin beendete.

Es dauerte immerhin 13 Jahre bis eine deutsche Spielerin die Farben Europas gegen die USA vertrat. Elisabeth „Lisl“ Esterl aus Dingolfing nahe München konnte sich 2003 qualifizieren und in Schweden unter Teamchefin Catrin Nilsmark antreten. Zum sensationellen 17 ½ zu 10 ½ Erfolg Europas über die USA trug Esterl wichtige 1,5 Punkte bei.  Sie erinnert sich noch heute an die Nervosität vor Beginn jedes Matches, die allein schon deshalb höher ist, weil keine der jeweils zwölf Spielerinnen nur für sich selbst sondern für ein Team, für Europa antritt. Diese Nervosität war es, die in ihr zu Beginn sogar das Gefühl aufkommen ließ, es wäre besser gewesen, sich nicht zu qualifizieren. Ein Gefühl das sich aber zum Glück schnell gelegt hat und einem anderen, überwältigenden Erlebnis Platz gemacht hat.

Mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen als beste Ergebnisse auf der Ladies European Tour 2007 war Bettina Hauert die zweite deutsche Repräsentantin im Solheim Cup. Die erneute Austragung  auf schwedischem Boden und mit Helen Alfredsson auch einer Teamchefin aus Schweden,  brachte Europa allerdings kein Glück. Trotz einer Führung nach den beiden ersten Tagen, gab es am Ende eine 12:16 Niederlage. Hauert wurde dabei von Alfredsson nur in einem Vierer eingesetzt und spielte dann ihr Einzel. Leider jeweils ohne zählbaren Erfolg.

Wenn Europa in wenigen Tagen in Denver als Titelverteidiger abschlagen wird, dann ist das dem Team 2011 zu verdanken, das in Killeen Kastle/Irland durchaus überraschend gegen die US-Girls mit 15:13 gewann. Mit dabei Sandra Gal als dritter deutschen Spielerin bei diesem wichtigsten Wettbewerb im Profigolf der Damen. Auch Gal spürte die Besonderheit dieser Team Auseinandersetzung und litt unter starker Nervosität. Vermutlich lag es daran, dass sie nicht die Leistung wie zuvor auf der LPGA Tour in den USA bringen konnte, wo sie in dieser Saison ihr erstes Turnier gewann. Mit einem halben Punkt für das Gesamtergebnis war Gal deshalb auch nicht zufrieden.

Und jetzt also die neue Herausforderung in den USA, wo das europäische Team noch nie gewinnen konnte. Das will Liselotte Neumann, Kapitänin des Teams Europa, im Colorado Golf Club in Denver nun ändern. Schon bei einer Pressekonferenz im Mai in München gab sie sich optimistisch, den Pokal wieder mit nach Europa zu bringen. Und diesen Optimismus möchte sie an ihre Spielerinnen weitergeben, dass diese sich nicht als Außenseiter fühlen, sondern sich Siegchancen ausrechnen wenn sie in die Matches gehen.

Das gilt auch für Caroline Masson, die eine von sechs „Rookies“ ist, also Spielerinnen, die erstmals an diesem Wettbewerb teilnehmen. Sie hofft natürlich in den Vierern am Freitag und Samstag so oft wie möglich zum Einsatz zu kommen, um die Atmosphäre kennenzulernen und sich an die Anfeuerung des Teams USA durch die Mehrzahl der Zuschauer zu gewöhnen.

Unterstützt wird sie auf jeden Fall von einer deutschen Reisegruppe, die den Solheim Cup 2013 besucht. Dazu zählen Vertreter des Deutschen Golf Verbandes, unter anderem Präsident Hans-Joachim Nothelfer, und von Landes Verbänden, der VcG und vor allen Dingen des Golf Clubs St. Leon-Rot, Gastgeber des Solheim Cup 2015. Informationen gewinnen, Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und vertiefen, die Atmosphäre vor Ort erleben und aufnehmen, das sind die Hauptziele dieser Delegation.

Aber natürlich wird Zeit bleiben um den Solheim Cup und auch den PING Junior Solheim Cup zu verfolgen. In zwei Jahren in St. Leon-Rot werden erstmals seit Bestehen beide Wettbewerbe in einem Club ausgetragen. Und auch eine Spielerin aus St. Leon-Rot tritt zum Nachwuchswettbewerb zwischen den USA und Europa an: Karolin Lampert konnte sich qualifizieren und sieht diesem Auftritt mit Spannung und Freude entgegen. „Mit elf anderen Spielerinnen, die sonst alle individuell und fast nie in Mannschaften aktiv sind, ein Team zu bilden und für Europa anzutreten, wird eine einmalige Erfahrung und ein unbeschreibliches Erlebnis sein“, beschreibt die 18-jährige ihre Gefühle.

Sie wie auch Caroline Masson freut sich besonders auf die Unterstützung aus der Heimat. „Wenn ich im Publikum bekannte Gesichter sehe und in deutscher Sprache angefeuert werde, ist das zusätzliche Motivation, die mich entsprechend anspornt.“

Artikel aus Ladies European Tour:
http://www.ladieseuropeantour.com/main_article.php?id=67934&pid=1001
Veröffentlicht: 8/08/2013

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